Merhaba, Haydarpaşa
Lehrinhalte:
Die Masterthesis verortet sich auf der asiatischen Seite der Stadt Istanbul. Das Plangebiet zwischen Wasser- und Stadtlage vereint unterschiedliche Ansprüche, Themen und Akteure miteinander: Da das Gebiet bereits großteils neu beplant wurde und weiter beplant wird, soll ein eigenständiger, tragfähiger Ansatz neben den bestehenden Planungen entstehen. Auch die Bestandsbauten sind zu bewerten: Lassen sie sich sinnvoll integrieren oder braucht es eine Alternative?
Im Kern geht es um ein schlüssiges städtebauliches Entwicklungskonzept mit konkreten Entwurfsparametern. Ziel ist ein gemeinwohlorientiertes, nutzungsgemischtes Wohnquartier auf Grundlage städtebaulicher und stadtökologischer Überlegungen, in das sich ein zusammenhängender Grünraum einfügt. Dieser Landschaftsraum soll das Gebiet an Kadıköy anbinden, zu den höher gelegenen nördlichen Arealen überleiten und das Hafenareal an der Wasserkante einbeziehen. Neue Wegeverbindungen sollen das Quartier mit den bestehenden Strukturen verknüpfen, wobei der Grünraum die Teilbereiche räumlich und funktional zusammenführt.Das Areal steht unter einem doppelten Anspruch. Einerseits liegt es an der Schnittstelle von Frischluftbahn, Gewässerkorridor und steigendem Meeresspiegel – Faktoren, die mit dem Klimawandel an Bedeutung gewinnen. Andererseits ist es eine der wenigen großen zusammenhängenden Flächen in innerstädtischer Lage und liegt auf der Achse eines bestehenden Klimaanpassungskonzepts. Klimatische und ökologische Ziele sind daher stets mitzudenken.
Zunächst gilt es, auf Basis von Analyse und Exkursion eine robuste Zonierung zu erarbeiten, die anschließend detailliert ausformuliert und mit Nutzungen gefüllt wird. Die Teams leiten ihre Schwerpunkte individuell her – eine persönliche hilft, den Fokus zu schärfen.Mögliche Vertiefungen ergeben sich aus fünf Themenbereichen. Der erste betrifft die Wasserkante als Ankunftsort und Übergang zwischen Meer und Stadt. Der zweite widmet sich Quartier und Typologien, etwa einer Mischnutzung aus Wohnen, Kultur und Handwerk, Strategien gegen den Wohnungsmangel und dem Übergang zur Nachbarschaft. Ein dritter Schwerpunkt liegt auf Klimaanpassung und blau-grüner Infrastruktur. Beim Kulturerbe geht es vor allem darum, das archäologische Erbe öffentlich zugänglich zu machen sowie Fragen nach dem Verhältnis zwischen Wasser- und Stadtseite.