Energieeff Stadt

UrbanReNet

„Vernetzte regenerative Energiekonzepte im Siedlungs- und Landschaftsraum“

Projektbeschreibung

Gegenstand des Forschungsprojekts UrbanReNet war die systematische Abbildung der energetischen Eigenschaften städtischer Räume. Dazu wurden typologisierbare Stadtbausteine freiräumlicher und baulicher Stadtstrukturen identifiziert und deren spezifische energetische und baustrukturelle Kennwerte ermittelt. Die so entwickelte Systematik berücksichtigt Siedlungs-, Straßen- und Freiräume und wird durch energetische Einzelelemente (EE) wie Schulen und Schwimmbäder ergänzt. Durch die kombinierte Analyse der stadtstrukturellen Kennwerte (Stadtmorphologie) und der Nutzungsarten urbaner Räume kann der Gebäudebestand Deutschlands mit dieser Typologie aus Stadtbausteinen systematisch erfasst und abgebildet werden.

Die einfache und praxisnahe Typologie der Stadtbausteine mit ihren Kennwerten ermöglicht es, den bisherigen Betrachtungsrahmen des Einzelgebäudes zu verlassen und städtische Strukturen als vernetzte urbane Räume zu verstehen. Der typologische Ansatz soll helfen, die möglichen Wege zu einer ausgeglichenen Energiebilanz im städtischen Verbund aufzuzeigen und die Potenziale einer intelligenten Vernetzung bestehender Ressourcen – unter Einbeziehung von Einspareffekten und Ausbaumöglichkeiten – abzubilden. Durch dieses Umdenken im Zuge der Energiewende – weg vom Einzelgebäude, hin zum Stadtquartier – können sich Städte vom Verbraucher zum regenerativen

Energieproduzenten wandeln.

Mit dem vorliegenden Ansatz einer ganzheitlichen Betrachtung städtischer Strukturen ist es z. B. für Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften möglich, mit vergleichsweise geringem Aufwand Aufschluss über die energetischen Eigenschaften eines städtischen Gebietes zu erlangen. Mithilfe der typisierten Stadtbausteine können großflächige Stadtausschnitte systematisch und schnell erfasst werden.

Im Forschungsprojekts UrbanReNet wurden die stadtmorphologischen und energetischen Kennwerte um quantifizierbare Angaben zur Nutzung urbaner Biomasse und zur Anwendung unterschiedlicher Anlagensysteme ergänzt. Damit soll die verwendete Datenbasis beleuchtet und die systematische Betrachtung von Vernetzungsmöglichkeiten verschiedener Stadtbausteine vervollständigt werden. Insgesamt kann auf diese Weise jeder Stadtraum mit überschaubarem Aufwand abgebildet werden, um seine Potenziale aufzuzeigen und eine konkrete Grundlage zur Entwicklung nachhaltiger urbaner Versorgungsstrategien zu schaffen.

Die geschaffene Datengrundlage wurde in UrbanReNet Phase II in ein rechnergestütztes Bilanzierungstool übersetzt, das unter anderem in den Forschungsprojekten „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ und „Energetische Analyse des Stadtteils Lokstedt“ zum Einsatz kam.