WS 10/11 urban landscapes

Seminar WS 2010/11

Urban Landscapes – Freiraum in der postindustriellen Stadt

Dr. Constanze A. Petrow

Städtischer Freiraum ist in der postindustriellen Ära einem grundlegenden Wandel unterworfen. Dieser ist eng mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen der Lebensbedingungen in Städten verbunden. Vor diesem Hintergrund untersuchte das Seminar historische und aktuelle Prozesse der Stadtraumproduktion und fokussierte dabei auf den US-amerikanischen Kontext und die Stadt New York. Es wurden wesentliche Aspekte des Gestalt- und Funktionswandels städtischer Freiräume vermittelt und deren Veränderungen als Bestandteil und Ausdruck übergreifender Stadtentwicklungsprozesse diskutiert. Wie verändert sich das, was wir den „öffentlichen Raum“ nennen und welche Akteure sind in seine Gestaltung involviert? Wie wandeln sich Freiraumangebot und -nachfrage unter den Bedingungen der Dienstleistungsgesellschaft? Welche Rolle spielt der urbane Freiraum im Standortwettbewerb der Städte und Regionen? Inwiefern unterscheiden sich die Nutzungspraktiken, aber auch die Planungsparadigmen im Vergleich zur Moderne? Was bedeutet „Natur“ in der Stadt der Gegenwart? Welcher Wertewandel liegt der Erhaltung baulicher Relikte der Industrieära und ihrer Integration in zeitgenössisches Urban Design zugrunde? Und auf welche Weise werden kollektive Erinnerungen in die Stadtgestalt eingeschrieben?

Ziel des Seminars war es, in Vorbereitung der Exkursion einen ersten Überblick über wichtige Epochen der New Yorker Stadtentwicklung zu erhalten. Zugleich sollte es dazu dienen, Stadtgestalt „lesen“ zu lernen und einen Überblick über zentrale Themen und Begriffe der Planungs- und Architekturdiskussion zu erhalten. Mit Rückgriff auf Erklärungsmodelle unterschiedlicher Disziplinen sowie mittels der Analyse beispielhafter Projekte untersuchte das Seminar die gebaute Umwelt als Resultat gesellschaftlicher Veränderungen und Ausdruck kultureller Identität.