WS 09/10 2000+

Landschaftsarchitektur 2000+

Städtischer Freiraum und urbane Landschaft um die Jahrtausendwende

Prof. Dr. Jörg Dettmar, Dr. Constanze A. Petrow

Städtischer Freiraum entsteht im Spannungsfeld zwischen verschiedenen, zum Teil divergierenden Nutzungsinteressen. Er ist Ausdruck der ästhetischen Präferenzen sowie des gesellschaftlichen Naturverhältnisses einer Epoche, Gegenstand kommunalpolitischer Strategien und Aktionsraum für eine Vielzahl unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure.

Das Seminar untersuchte landschaftsarchitektonische Projekte, die um die Jahrtausendwende in Deutschland entstanden sind, und diskutierte sie im Vergleich zu traditionellen Anlagen. Ziel war es zum einen, die entstandene Vielfalt urbaner Landschaften kennen zu lernen und ihre Veränderung als Folge gesellschaftlicher Transformationsprozesse zu verstehen. Zum anderen wurden die Qualitäten und Defizite sowie die Handlungsfelder und Potenziale zeitgenössischer Freiraumgestaltung im städtischen Gesamtzusammenhang sowie an der Schnittstelle zur Architektur herausgearbeitet.

Das Themenspektrum reichte von der Konversion innerstädtischer Brachen über Landschaften an der städtischen Peripherie wie Agrarparks und Sukzessionsparks bis hin zu Bergbaufolgelandschaften. Zudem wurde der Zuwachs an Erinnerungslandschaften untersucht. Verdeutlicht werden sollten der Wandel der Naturbilder und die veränderte Formensprache ebenso wie neue Praktiken der Raumproduktion. Freiraum wurde sowohl als Gegenstand städtischer Identitätskonstruktion als auch privatwirtschaftlicher Interessen reflektiert.