SS 2011

Seminar SoSe 2011: Freiräume entwerfen

Prof. Dr. Jörg Dettmar, Dr. Constanze A. Petrow

Freiräume unterschiedlichsten Maßstabs prägen das Bild europäischer Metropolen. Ihre Vielfalt und Ausstattung, ihre stadtstrukturelle Verankerung, ihre Attraktivität und ihr Pflegezustand tragen maßgeblich zur Lebensqualität in urbanen Räumen bei. Das Freiraumangebot gehört zu den weichen Standortfaktoren und zum „geografischen Kapital“ (Blotevogel) einer Stadt.

Die Schaffung öffentlich zugänglicher Orte der Freizeit und Erholung ist spätestens seit der Industrialisierung fester Bestandteil der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland. Im Seminar diskutierten wir die Rolle urbaner Freiräume auf der Ebene der Gesamtstadt ebenso wie des einzelnen Freiraums. Dazu stellen wir drei Freiraumtypen in den Mittelpunkt: städtische Freiraumsysteme, Parks und Plätze. Über das Verständnis der historischen Gewachsenheit städtischer Freiräume und ihrer Typologie näherten wir uns der Frage, was einen guten Freiraum heute ausmacht. Welche Bedeutung kommt ihm als öffentlicher Raum zu, wie wird er dieser gerecht und welchen Spannungen ist er dabei ausgesetzt? In welchem Verhältnis stehen gestalterische „Innovation“, die in der fachöffentlichen Wahrnehmung an erster Stelle steht, und der Alltagswert eines Freiraums? Und wie, schließlich, entwirft man Freiräume für unterschiedliche städtische Kontexte?

Die Analyse sowohl älterer Anlagen als auch zeitgenössischer Projekte und die Auseinandersetzung mit ausgewählten Theorien der Landschaftsarchitektur sollte die Studierenden dazu befähigen, Freiräume in ihrer Bedeutung und Funktion für die Stadt der Gegenwart zu verstehen und Freiraumgestaltungen diskutieren und bewerten zu können – als eine Basis für das eigene Entwerfen. Die begleitende Vorlesung gab einen Überblick über die Geschichte sowie zentrale Themen der Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur, stellte Projekte in Deutschland, im europäischen Ausland und in Übersee vor und gab Anleitungen zum Entwerfen von Freiräumen.