SS 14 Zwischen Konversion und Konstruktion Postindustrielle Freiräume in Städten der westlichen Welt

Seminar II SS 2014

Zwischen Konversion und Konstruktion Postindustrielle Freiräume in Städten der westlichen Welt

Prof. Dr. Jörg Dettmar, Dr. Constanze Petrow

Im Zuge des ökonomischen Strukturwandels entstehen in den Städten der westlichen Welt auf aufgegebenen Industrie-, Infrastruktur- und Gewerbearealen neue Siedlungen, aber auch öffentliche Freiräume. Was seit gut 25 Jahren über viele Einzelprojekte sukzessive in unsere Wahrnehmung einsickert, ist Bestandteil eines grundlegenden Wandels im Verhältnis von Stadt, Orten industrieller Produktion und urbanem Freiraum. Zugleich wird eine Ära der Stadtentwicklung – das industrielle Zeitalter – erzählend und ästhetisierend im Raum abgebildet, indem Relikte früherer Nutzungen in die Neugestaltungen integriert werden. Das Seminar stellte nationale und internationale Leuchtturmprojekte postindustrieller Landschaftsgestaltung vor. Veranschaulichte wurde, wie die Erinnerung an die industrielle Vergangenheit im städtischen Raum inszeniert wird – und wie dabei auch ein bestimmtes Bild dieser Vergangenheit konstruiert wird. Damit verbunden war die Frage nach der Rolle von Ruinen und Relikten bei der Identitätskonstruktion für diese Orte und ebenso nach der Rolle der Bildproduktion bei dieser Art der Freiraumgestaltung. Dabei interessierten uns die Intentionen der Entwerfer ebenso wie die Wahrnehmung der Gestaltung durch die Nutzerinnen und Nutzer und die (mediale) Öffentlichkeit. Nicht zuletzt fragten wir nach der Einflussnahme der Bürgergesellschaft auf die Entstehung und Gestaltung dieser Freiräume und nach dem Eigenleben, das ein Projekt nach seiner Fertigstellung als Teil der Stadt entfaltet.