SS09

Studentische Arbeiten »Cambrai-Fritsch – eine Quartiersentwicklung«

Parkresidenz Ludwigshöhe

Philipp Berkes, Benjamin Bockstette

KONZEPT „Nach dem Abzug der US Armee aus der von der Wehrmacht erbauten Kasernenanlage Cambrai-Fritsch im Süden Darmstadts, entsteht dort die Möglichkeit, in einem Konversionsprozess die ehemalige militärische Liegenschaft in eine neue zivile Nutzung zu überführen. Prägendes Merkmal der verlassenen Siedlung ist die idyllische und ruhige Lage im Waldgürtel unterhalb der Ludwigshöhe.

Diesen Geist des Ortes zu bewahren und die einzigartige Atmosphäre weiter zu stärken steht im Mittelpunkt der Entwurfsidee, die als städtebauliches Konzept den Waldgürtel wieder schließt, um die Insellage hervorzuheben und dort eine autark funktionierende Nutzungsmischung vorsieht. Das Rückgrat bildet dabei die Hotelspange mit Boardinghouses und Seminarbereich, welche das denkmalgeschützte Ensemble aufnimmt und den Rahmen für eine aufwendig gestaltete Parkanlage bildet. Um diese strenge Geste herum fließt eine freie und weitläufige Wiesenlandschaft, in der wie Skulpturen einzelne Wohninseln eingestellt sind, bestehend aus je einem Rasenhügel mit vier darauf gruppierten großzügigen Punkthäusern.“

Konzept (Details - Bild anklicken)
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Gesamtplan (Details - Bild anklicken)
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Leben um die Mitte

Kerstin Löbich, Sonja Reuter

KONZEPT „Unser Entwurf bezieht sich auf die Gemeinschaft, auf ein Gegenüber, Nebeneinander und Miteinander. Daher der Titel “Leben um die Mitte“.

Zu Beginn der Arbeit haben wir den Ist-Zustand untersucht. Auffällig war, dass der Grüngürtel und der Waldrand eine wichtige Rolle für das Gebiet spielen, dass die Topographie und die exponierte Lage am Westhang der Ludwigshöhe sehr prägend sind und dass der Genius Loci des Geländes in der orthogonalen Anordnung der Gebäude liegt. Folgerichtig waren diese drei Punkte für den Entwurf prägend. Als erstes wurde der Grüngürtel geschlossen und gleichzeitig die angrenzenden Stadtteile (Bessungen und Eberstadt) miteinander verbunden. Daraufhin entwickelten sich die Ideen der Dreiteilung und des zentralen Mittelpunkts. Anschließend wurden dem die Topographie angepasst, eine Bebauungsrichtung festgelegt und das landschaftliche Potenzial der Durchgrünung gestärkt.

So ist ein Wohnquartier entstanden, in dem eine große Vielfältigkeit herrscht. Zum einen wurden viele Mannschaftsgebäude erhalten, welche, ergänzt durch Neubauten, zukunftsorientiertes, flexibles und gemischtes Wohnen bieten können. Die angrenzenden Neubauten werden ergänzend als Winkel-, Doppel- oder Reihenhaus ausgebildet. Da sowohl die Grundstücksflächen (205 – 298 Quadratmeter) als auch die Wohnflächen (160 – 237 Quadratmeter) der Häuser stark variieren, kann auch in diesem Bereich ein breites Spektrum des Wohnens angeboten werden. Die beiden beschriebenen Wohnformen werden strukturell durch Fugen rechts und links der Mittelschiene voneinander getrennt. Die Mittelschiene und die angrenzenden Teppiche besitzen einen gemeinsamen Aspekt, den der Gemeinschaft. Im Mittelbereich wird die Gemeinschaft durch einen Grünstreifen gestärkt, in welchem die ankommenden Waldwege weitergeführt werden. So entsteht ein Bereich, in dem sowohl spaziert, gespielt wie auch getobt und verweilt werden kann. Seinen Endpunkt findet dieser Grünbereich im denkmalgeschützten Ensemble. Dieses bietet Platz für multifunktionale Nutzungen, von Einkaufen und Gastronomie bis hin zu Infrastrukturen für den täglichen Bedarf. Durch seinen steinernen Belag können zudem Quartiersfeste oder Märkte veranstaltet werden. Generell soll ein neuer Treffpunkt entstehen, der sowohl kommerziell als auch öffentlich genutzt werden kann. Hierdurch wird ein “Gelenk” als Mittelpunkt für das neue Quartier ausgebildet.

Anders als die sehr öffentliche Gestaltung des Mittelbereichs sind die Freibereiche in den seitlichen Teppichen eher privat geprägt. So erhält jedes Haus sowohl einen sehr intimen Freibereich, wie auch die Möglichkeit einen gemeinschaftlichen, halböffentlichen Freiraum zu nutzen. Die Winkelhäuser besitzen beispielsweise einen von vier Seiten umschlossenen Hof, welcher direkt dem Haus zugeordnet ist. Gleichzeitig haben die Bewohner aber die Möglichkeit, durch das Öffnen eines großen Hoftores den privaten mit dem gemeinschaftlichen Hof zu verbinden. Dieser wird primär von sechs Wohneinheiten geteilt, ist allseitig umbaut und kann je nach Belieben der Bewohner ausgestaltet sein. So entstehen einerseits eine große Vielfältigkeit innerhalb des Quartiers und andererseits ein Verbindungselement, das sich durch das Quartier zieht.

Durch die Konversion der ehemaligen Cambrai-Fritsch Kaserne ist ein zukunftsorientiertes Quartier entstanden. Sie widerlegt das negative Image eines Militärareals durch Gemeinschaft und Kommunikation.“

Bebauung (Details - Bild anklicken)
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Exemplarisches Carée (Details - Bild anklicken)
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