Zukunftsstandort Göttelborn

Im Auftrag der IndustrieKultur Saarland (IKS GmbH)
Bearbeitungszeitraum 5/2004 – 9/2004

Die ehemalige Grube Göttelborn soll einer von zwei zentralen Zukunftsstandorte des Saarlandes werden. Die Landesregierung des Saarlandes hat im Jahr 2000 die IKS GmbH gegründet zu deren Aufgabe vor allem die Entwicklung dieser Standorte zählt.

Das Bergwerk Göttelborn wurde im Jahr 2000 geschlossen, nachdem es kurz zuvor noch mit großem finanziellen Aufwand modernisiert worden war. Das bauliche Ensemble der Übertageanlagen hat in Teilen einen hohen Standard und eine gute architektonische Qualität. Nachnutzungsüberlegungen finden statt im Spannungsfeld zwischen Industriekultur und Zukunftsstandort.

Eine wesentliche architektonisch-städtebauliche Basis hierfür ist das von der IKS in Auftrag gegebene und 2003 durch das Büro Mediastadt (Prof. Wolfgang Christ) erarbeitete Strukturkonzept für den Standort. Es beschäftigt sich im wesentlichen mit dem gebauten Bereich der ehemaligen Grube, den vorhandenen Gebäuden und Infrastrukturelementen im nördlichen Teil, das umfasst ca. 20 ha der über 100 ha großen Gesamtfläche.

Die Gestaltung der restlichen rund 80 ha soll Gegenstand eines eigenen Planungsprozesses sein. Die formale Abgrenzung des Bearbeitungsgebietes bezieht sich auf die zukünftigen Liegenschaften der IKS im Bereich des Zukunftsstandortes. Es gibt zahlreiche Abhängigkeiten, Beziehungen und Bezugspunkte insofern muss die weitere Entwicklung der Landschaft mit der städtebaulichen Konzeption integriert gedacht und geplant werden. Eingepasst werden muss auch ein geplantes Solarkraftwerk auf dem Gelände des ehemaligen inzwischen verfüllten Klärweihers. Hier soll auf rund 16 ha Fläche eine Fotovoltaikanlage aufgebaut werden. Aus dem Leitbild „Landschaft“ sollen sich auch konkrete Vorgaben für die Gestaltung der Freiflächen im bebauten Bereich ergeben.

Zielsetzung des Leitbildes
Die durch die industrielle Nutzung entstandene Landschaft des Standortes Göttelborn mit den Großformen Grubenanlage, Halde, Plateau (ehem. Klärweiher) und Weiher in der Senke hat heute schon eine erhebliche ästhetische Qualität und eindrucksvolle Raumwirkung. Die Halde integriert sich mit ihren bewaldeten Flanken einerseits nahezu problemlos in die natürliche Morphologie der Landschaft, andererseits stellen die kahlen Haldenflächen, das Plateau und der Weiher artifiziell wirkende Fremdkörper da. Das Ensemble entwickelt aus den Gegensätzen, Widersprüchen und Ergänzungen seinen großen Reiz. Die vorhandene Struktur ist Ergebnis der Industriegeschichte und Element des industriekulturellen Erbes.

Ziel ist auf dem vorhandenen Potential sorgsam und vorsichtig aufzubauen, die Nutzbarkeit, die Erlebnisqualität und die Ausdruckskraft für den Zukunftsstandort zu steigern. Dazu müssen zunächst die vorhandenen Qualitäten analysiert und bewertet werden. Darauf aufbauend geht es um die Anbindung und Verzahnung der baulich bestimmten Entwicklungsflächen inklusive des geplanten Solarkraftwerks mit dem unbebauten Teil der Landschaft. Ebenso ist eine sinnvolle Anbindung der Gesamtfläche an die Umgebung zu entwickeln.
Der Kern des Leitbildes wird in der gestalterischen Definition des Entwicklungsprozesses der Landschaft liegen. Wenn es nicht darum geht sie grundlegend umzubauen, sondern sie prozessorientiert zu bewahren, auf große Eingriffe zu verzichten und sowohl aus ästhetischen, ökologischen und ökonomischen Gründen weitgehend auf die naturbestimmte Entwicklung (Sukzession) zu setzen, ist die Definition eines zu gestaltenden Minimums an Teilflächen, Wegen, Erlebnispunkten, Raumsituationen ein möglicher Weg um die Qualität durch Akzentuierung zu steigern. Das richtige Verhältnis zwischen naturbestimmter Entwicklung und gestalterischer Akzentuierung wird zu finden und nachvollziehbar zu begründen sein.

Gliederung des Leitbildes

  • Analyse – Zustand und Potential der Landschaft am Standort Göttelborn
  • Bewertung des heutigen Zustands / der existierenden Planungen
  • Entwicklung des Leitbildes
  • Abstimmung des Leitbildes mit Planungsbeteiligten/Trägern öffentlicher Belange
  • Vorschläge zum weiteren Vorgehen